Guasha-Massage im Gesicht – was sie wirklich bewirken kann

Guasha im Gesicht wird oft mit strafferen Konturen, weniger Schwellungen und glatterer Haut beworben.

Doch was kann der Stein wirklich bewirken – und worauf solltest du achten, damit deine Haut profitiert statt gereizt wird?

In diesem Artikel zeige ich dir, was Guasha im Gesicht tatsächlich kann, für wen es sinnvoll ist und wie du es sicher und wirksam anwendest.

Denn oft gibt es auch bedenken auf Grund von Warnungen rund um Guasha – etwa, dass es die Haut ausleiern könnte oder für reifere Haut ungeeignet sei.

Gerade dazu werde ich in meinen Gesichtsyoga-Kursen regelmäßig gefragt.

In meinen Gesichtsyoga-Kursen arbeite ich regelmäßig mit Frauen jeden Alters und sehe immer wieder, wie wirkungsvoll Guasha bei Schwellungen, Spannung und müdem Gesichtsausdruck unterstützen kann.

Aber die richtige Technik ist entscheidend!

Ich gebe dir hier eine klare Orientierung, damit auch du die Guasha-Massage sinnvoll und sicher anwenden kannst.

Was kann Guasha im Gesicht wirklich bewirken?

Entspannung und Wohlbefinden

Von diesem Effekt können wir alle profitieren – ganz unabhängig von Alter, Geschlecht, Gesichtsform oder Gewebestruktur.

Die Massage mit dem Guasha ist in meinen Gesichtsyogakursen immer einer der beliebtesten Teile. Oft hört man dabei ein tiefes Durchatmen oder ein erleichtertes Seufzen.

Angenehme Berührung wirkt entspannend. Wenn wir den Stein richtig einsetzen, kann er uns auf vielen Ebenen Wohlbefinden bringen.

Ein müdes Gesicht wirkt wacher, ein verspanntes Gesicht löst sich. Und nicht selten finden wir einen Punkt im Gesicht, von dem aus sich nicht nur unsere Gesichtsspannung, sondern auch Emotionen lösen können.

Tiefenentspannung dank Guasha

(Bildquelle: privat)

Lymphfluss, schlankeres Gesicht und straffere Konturen

In diesem Punkt ist der Guasha wirklich ein Star!

Wenn du in deinem Gesicht Flüssigkeitseinlagerungen rund um das Kinn oder um die Augen bemerkst, ist dein Guasha ein wirkungsvoller Helfer – vorausgesetzt du verwendest die richtige Streichtechnik.

Lymphknoten im Gesicht

(Bidlquelle: Fortbildungsunterlagen Glowin Face Teacher Training)

Lymphe fließt direkt unter der Haut. Mit sanften Streichbewegungen entlang der Lymphbahnen kannst du sie lösen und zum Abfließen bringen.

Sobald überschüssige Lymphe abgeflossen ist, wirkt dein Gesicht schlanker und deine Kinnlinie und Wangenknochen kommen wieder deutlicher hervor. Diese Veränderung ist oft sofort sichtbar und zeigt sich bei regelmäßiger Anwendung auch langfristig.

Muskelspannung lösen mit Guasha

Auch hier ist der Stein ein sehr wirksames Werkzeug!

Egal ob es sich um verspannte Nackenmuskeln, angespannte Kaumuskeln oder tiefsitzende Spannung rund um Augenbrauen und Stirn handelt – mit dem Guasha kannst du gezielt an deiner Entspannung arbeiten.

Mit den verschiedenen Kanten und Rundungen des Steins, kannst du die Muskeln genau so massieren, wie du es brauchst: mit langen Sreichbewegungen, durch Kreisen auf Triggerpunkten oder über Vibration, auf die Muskeln besonders gut reagieren.

Hier darf deine Haut auch einmal rot werden und – wenn es dich optisch nicht stört – dürfen auch kleine sprenkeligen Einblutungen unter der Haut entstehen.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird dieses sogenannte „Sha“ bei Guasha-Behandlungen am Körper sogar bewusst ausgelöst. Es gilt als Zeichen dafür, dass sich gestautes Blut löst.

„Sha“ = leichte Einblutungen unter der Haut

(Bildquelle: Freepik)

Kann Guasha falten glätten?

Ja, auch hier kann dein Guasha unterstützen! – Wenn deine Falten durch Flüssigkeitseinlagerung oder verspannte Muskeln entstanden sind.

Und teilweise sogar, wenn es sich um kleine Fältchen handelt, die durch fehlende Feuchtigkeit im Gewebe entstehen.

Denn wie du schon gehört hast, kann dein Stein helfen, deine Pflegeprodukte tiefer ins Gewebe einzuarbeiten.

Gleichzeitig kann dein Stein dabei unterstützen, überschüssige Flüssigkeit abzuleiten.

Wenn also zum Beispiel Nasolabialfalten auf Grund gestauter Lymphe um die Nase entstehen, dann kann dir eine Guasha-Massage gezielt helfen!

Auch an Zornesfalten oder Fältchen rund um den Mund kannst du arbeiten, da dies durch Muskelspannung entstehen.

Wenn Falten jedoch durch Sonnenschäden, das Absinken von Fettpölstern oder ein mit zunehmendem Alter schwächeres Kollagennetz entstehen, kann der Stein allein weniger ausrichten.

Das bedeutet aber nicht, dass ein Guasha-Stein auf einem älteren Gesicht nicht verwendet werden darf!

Es bedeutet nur, dass du, vermutlich meist subtilere Veränderung bemerkst und besonders gut darauf achten musst, dass deine Haut während der Massage gut befeuchtet ist.

Schönere Haut durch bessere Durchblutung

Absolut! Auch hier kann der Guasha spürbar unterstützen!

Durch die Massage verbesserst du die Durchblutung und unterstützt den Abtransport von Stoffwechselprodukten. Dadurch wirkt deine Haut sofort frischer und rosiger.

Langfristig kann sich auch das gesamte Hautbild verbessern und Unreinheiten treten seltener auf.

Guasha richtig anwenden – worauf du achten solltest

Wenn du dir schöne Haut, klarere Gesichtskonturen und ein entspanntes Gesicht wünschst, sind vor allem diese Punkte entscheidend, um deinen Guasha richtig anzuwenden:

  1. Vorbereitung deiner Haut
  2. Temperatur deines Guasha-Steins
  3. Streichtechnik
  4. Anpassung an unterschiedliche Gesichtsbereiche

 

Die Haut richtig vorbereiten

Damit du mit deinem Guasha-Stein deine Haut nicht reizt, sondern deine Guasha-Gesichtsmassage sogar dafür nützen kannst, deiner Haut bis in die tiefen Schichten Feuchtigkeit aufzunehmen, solltest du dein Gesicht gut befeuchten.

Richtiges Werkzeug und Hautpflege

(Bildquelle:privat)

In meinen Kursen beginnen wir meist mit einem Hydrolat – zum Beispiel Rose für empfindliche Haut oder Lavendel für eine entspannende Wirkung – und tragen danach ein Gesichtsöl auf.

Das ist eine tolle Kombination – Das Hydrolat bringt Feuchtigkeit in die Haut, während das Öl verhindert, dass diese sofort wieder verdunstet.

Extra-Tipp:

Wenn du während deiner Guasha-Gesichtsmassage bemerkst, dass der Stein nicht mehr gut gleitet, kannst du einfach noch einmal etwas Hydrolat aufsprühen.

Dadurch wird das Öl wieder aktiviert und der Stein gleitet leichter über die Haut.

Unter den Augen, wo die Haut so dünn und empfindlich ist, sprühe ich persönlich immer nach.

Soll man den Guasha-Stein kühlen?

Nein, denn damit erzielst du nur kurzfristige Effekte!

Ich sehe immer wieder Empfehlungen, den Guasha vor der Massage in den Kühlschrank oder gar ins Gefrierfach zu legen.

 Die Idee dahinter, ist, Schwellungen abklingen zu lassen, weil die Kälte hilft, die Gefäße zu verengen.

Das stimmt zwar so, aber der Guasha kommt ursprünglich aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und wird dort eingesetzt, um „Chi“ fließen zu lassen.

Vereinfacht können wir darunter den Fluss von Blut und Lymphe verstehen.

Und der freie Fluß von Blut und Lymphe ist DIE Voraussetzung für ein schönes Hautbild. Rosig und ohne Unreinheiten, so wie wir es uns wünschen.

Wenn wir aber die Gefäße mit der Kälte des Steins verengen, kann nichts fließen – auch nicht die Lymphflüssigkeit, deren Stau für Schwellungen verantwortlich ist.

Ein kalter Stein ist also eine kurzfristige, kosmetische Lösung, während ein Stein in normaler Temperatur langfristig sinnvoller ist.

Die richtige Guasha-Technik im Gesicht

Auch hinter der richtigen Guasha-Technik steht die Idee des „Chi“ – wir möchten, dass es fließt und nicht „durcheinanderkommt“.

Wenn wir aber mit unserem Stein einfach drauf los streichen und immer wieder die Richtung ändern, dann entsteht Unruhe.

Übersetzt würde das bedeuten, dass Lymphe womöglich nicht von den Stauungspunkten weg, sondern zu ihnen hingeleitet wird und dass Faszien-Fasern, die wir mit unserer Massage entwirren, keine sinnvolle neue Ausrichtung bekommen.

Korrekte Streichrichtung im Gesicht – von der Mitte nach schräg außen und oben

(Bildquelle: iStock)

Deshalb gilt eine einfache Grundregel:

Entscheide dich pro Gesichtsbereich immer für eine klare Streichrichtung.

  • Im Bereich von Hals und Nacken kannst du zum Gesicht oder weg vom Gesicht streichen, je nachdem ob dein Gesicht Energie braucht oder du ausleiten möchtest (z.B. bei Kopfschmerzen oder Lymphstau)
  • Im Gesicht liegst du mit einer Streichrichtung von der Mitte nach schräg außen und oben immer richtig.
  • Im Augenbereich können wir auch nach innen streichen, wenn wir mit Augenringen arbeiten

Oft tauchen zu Beginn Fragen zum richtigen Druck oder zur Handhabung verschiedener Kanten des Steins auf. Wenn du hier unsicher bist, findest du in meinem Video „Guasha 1×1“ genaue Anleitungen.

Dort siehst du genau, wie du eine Guasha-Gesichtsanleitung praktisch umsetzt.

Guasha richtig anwenden: Anpassung an verschiedene Gesichtsbereiche

Dein Gesicht besteht aus unterschiedlichen Gewebestrukturen.

Darum haben Guasha-Steine auch verschiedene Kanten und Rundungen.

Wenn du gerade erst mit Guasha beginnst, solltest du vor allem auf folgende Punkte achten:

  • Passe den Druck deiner Massage an den Gesichtsbereich an

      Starker Druck ist nur an kräftigen Muskeln wie im Nacken sinnvoll.

Unter den Augen sollte der Druck auf einer Skala von 1 bis 10 nicht über 3 liegen.

  • Auf weicheren Gewebestrukturen sollte der Stein möglichst flach aufliegen

 Ich vergleiche das gern damit, wie man Creme auf eine Torte streicht.

                  Richtig: Guasha liegt flach                         Falsch: Guasha zu steil angelegt

                        (Bildquelle: Freepik)                                              (Bildquelle: Freepik)

  • Bestimmte Hautstellen solltest du bei der Massage auslassen.
    Hervorstehende Muttermale, offene Wunden, Ekzeme oder Akne-Pusteln sollten nicht direkt mit dem Stein behandelt werden.

Bei stärkerer Akne empfehle ich sogar, den Gesichtsbereich zunächst ganz auszusparen. Stattdessen kannst du rund um die wichtigen Lymphknoten im Nacken- und Schlüsselbeinbereich arbeiten und so den Abfluss im Gewebe unterstützen.

Häufige Fragen zu Guasha im Gesicht

Wer sollte keinen Guasha verwenden?

Wenn du den Stein richtig verwendest, gibt es eigentlich kaum Gründe, ganz auf eine Guasha-Massage zu verzichten.

Nur im akuten Krankheitsfall sollte vor allem eine Massage in den Lymphbereichen ausgelassen werden, da die Lymphknoten sonst unter Umständen nicht genügend Zeit haben, Krankheitserreger zu filtern.

Auch offene Wunden, entzündete Hautstellen oder starke Akne-Pusteln sollten bei der Massage ausgespart werden.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jedes Gesicht im gleichen Maß von einer Guasha-Massage profitiert.

Welcher Guasha-Stein ist der richtige?

Viele Menschen fragen sich: Welcher Guasha-Stein ist eigentlich der richtige?

Dabei würde ich vor allem auf folgende Punkte achten:

Qualität
Billige Steine haben manchmal kleine Sprünge oder nicht ganz glatte Kanten. Dadurch könntest du deine Haut reizen oder sogar verletzen.

Form und Größe
Die bei uns klassisch erhältliche Form ist eine Herzform und die Steine sind eher klein.
Der Glowin-Guasha, den ich in meinen Kursen und auch selbst verwende, ist etwas größer und hat ein paar zusätzliche Rundungen. Das ist natürlich kein Muss.

Wenn du jedoch vorhast, den Stein regelmäßig zu verwenden, kannst du mit diesen Extras sehr viel Wirkung erzielen.


Besonders wenn du empfindliche Hand- oder Fingergelenke hast, würde ich dir eher zu einem etwas größeren Stein raten, weil er leichter zu halten ist und die Gelenke weniger beansprucht.

Es gibt Steine aus Jade, Rosenquarz, Amethyst und sogar aus Metall.
Jedem Material wird eine etwas andere Wirkung zugesprochen.

Hier darfst du dich ganz auf dein Gefühl verlassen.
Du wirst deinen Stein oft verwenden und deshalb solltest du ihn wirklich gern mögen.

Guasha vs Jaderoller – was ist der Unterschied?

Diese Frage bekomme ich sehr häufig.

Beim Vergleich Guasha vs Jaderoller zeigt sich schnell, dass es zwischen den Tools Unterschiede gibt.

Guasha versus Jaderoller

(Bildquelle: Pexels)

Der Roller gibt dir viel weniger Spielraum mit deinen verschiedenen Gesichtskonturen zu arbeiten – du kannst damit nicht deine Kinnlinie umfassen oder vorsichtig unter dem Auge arbeiten.

Er kann dir auch nicht helfen Spannung aus den Muskeln zu nehmen, da du mit dem langen Stiel nicht so viel Druck aufbauen kannst und auch keine Kanten zur Verfügung hast.

Der Roller ist schön, um Entspannung ins Gesicht zu bringen. Wenn du mehr als reine Entspannung möchtest, ist der Guasha aber die deutlich vielfältiger Wahl.

Wie oft sollte man Guasha im Gesicht anwenden?

Meine Empfehlung ist 2-4 Mal pro Woche.

Viele Menschen denken, dass sie eine Guasha-Massage täglich durchführen müssen, um Ergebnisse zu sehen. Das ist jedoch nicht unbedingt notwendig.

Für die meisten Menschen reicht:

2–4 Anwendungen pro Woche
5–10 Minuten pro Anwendung

Wichtiger als die Häufigkeit ist eine sanfte und regelmäßige Anwendung.

Wenn du deine Haut gut vorbereitest und den Stein mit der richtigen Technik verwendest, können schon wenige Minuten ausreichen, um

  • den Lymphfluss zu unterstützen
  • Muskelspannung zu lösen
  • deinem Gesicht ein frischeres Aussehen zu geben

Guasha Schritt für Schritt lernen

Wenn du Guasha nur einmal kurz ausprobierst, wirst du wahrscheinlich vor allem die entspannende Wirkung spüren. Wenn du den Stein jedoch regelmäßig und mit der richtigen Technik anwendest, können sich die Effekte auf Konturen, Hautbild und Muskelspannung deutlich verstärken.

Um deinen Guasha richtig anzuwenden, kann es hilfreich sein, die Bewegungen einmal genau gezeigt zu bekommen.

In meinem Video „Guasha 1×1“ zeige ich dir Schritt für Schritt:

  • wie du den Stein hältst
  • welche Geschwindigkeit die richtige ist
  • wie du eine komplette Guasha-Routine aufbaust.

Und falls du noch auf der Suche nach einem passenden Stein bist, kannst du dir auch meinen Glowin-Guasha ansehen.